Samstag, 13. Juni 2009

Wie schafft man es, dass die Jugend wählt? Indem man zu ihr kommt.


Elevator Pitch:

Menschen handeln, wenn der Nutzen aus Handlung, den Einsatz überwiegt.

Die Jugend erkennt zwar den Nutzen der Wahl (sehr gering), hält den mit der Wahl verbundenen Einsatz (Stichwort: sonntägliches Aufraffen) für zu hoch. Dies ist tragisch, peinlich und sollte kein Dauerzustand bleiben. Es ist jedoch die bittere Pille namens Realität.

Daher sollte der Einsatz, den man zum Wählen bringen muss, weiter abgesenkt werden. Durch eine Möglichkeit im Internet zu wählen.

Gegenargumente werden damit entkräftet, dass die Jugend nicht blöd & faul, sondern bequem und rational ist. Sie wird sich auch mit Politik auseinandersetzen, allerdings auf ihre Art und Weise im Internet.

Demokratie ist ein zu wichtiger Wert unserer Gesellschaft, um an Bequemlichkeit und Starrsinn zu Grunde zu gehen. Der Nutzen aus Demokratie sollte weiter und stärker als zuvor vermittelt werden, aber wenn wir den Einsatz zur Wahl zusätzlich senken müssen, so müssen wir dies tun. Der Demokratie zu Liebe. Einen Versuch ist es wert.

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Ausführliche Argumentation:

Menschen vollziehen dann eine Handlung, wenn der Nutzen den sie aus dieser Handlung erzielen grösser ist als der Einsatz, den sie dafür bringen müssen.

Menschen gehen dann zum Frisör, wenn Sie glauben dass der Nutzen (i.e. schöneres Aussehen, entspannende Kopfmassage) grösser ist als der Einsatz (i.e. Weg und Zeit zum Frisör, 25 €).

Warum gehen also manche Menschen zur Wahl (43 %) und viele (57%) nicht? Und warum wählen viel mehr ältere als jüngere Wähler (alt: 53 %, jung: 33 %)? Da der Einsatz für Jung und Alt zur Wahl zu gehen (Gang zum Wahlbüro, entgangene Zeit) als identisch angesehen werden kann, muss der Unterschied beim erwarteten Nutzen zu finden sein. Um mehr Wahlbeteiligung bei jüngeren Menschen zu erreichen, wird stets versucht, der Nutzen von Politik zu kommunizieren. Obwohl dies ein äußerst logischer Ansatz ist, scheint dieser kaum zu greifen. Zu schwer ist es, das komplexe und teils undurchschaubare Gerüst nationaler Politik zu verstehen. Zu unverständlich erscheint dem Einzelnen die Verbindung von seiner Stimme und dem damit verbundenen Nutzen. Junge Menschen verstehen, dass Demokratie wichtig ist. Aber diese Wichtigkeit überwiegt nicht den Einsatz sich am Sonntag aufzuraffen und wählen zu gehen. Dies ist tragisch, peinlich und sollte kein Dauerzustand bleiben. Es ist jedoch die bittere Pille namens Realität.

Wir müssen das Problem daher von einer pragmatischen, innovativen Seite angehen. Die Lösung lautet daher, den zugegebenermaßen bereits jetzt geringen geforderten Einsatz (Stichwort: sonntägliches Aufraffen) weiter abzusenken und die Wahl zum Teil auch dort stattfinden zu lassen, wo viele junge Menschen sich jeden Sonntag sowieso aufhalten. Im Internet.

Dieser Lösung können zahlreiche Gegenargumente entgegengebracht werden. So symbolisierte der sonntägliche Gang zur Wahl deren wichtigen Stellenwert. Nun ist dieser sonntägliche Gang aber nicht das Fundament, welches eine Demokratie stützt. Vielmehr ist eine breite Wahlbeteiligung und Auseinandersetzung von jungen Menschen mit politischen Inhalten wichtig. Junge Menschen würden sich durchaus reflektiert mit einer bevorstehenden Wahl auseinandersetzen, wenn Sie im Internet mit einem simplen Klick wählen könnten. Sie würden vorher im Internet mit „Wahl-o-Maten“ ihre politische Richtung herausfinden oder sich mit den Onlineinhalten der Parteien auseinandersetzen. Möglicherweise sogar länger und detaillierter, als ein Gang zum Wahllokal dauert.

Unsere Generation ist nicht faul, sie ist bequem. Sich zu bequem, um am Sonntag aus dem Haus zu gehen. Demokratie ist aber ein zu wichtiger Wert unserer Gesellschaft, um an Bequemlichkeit zu Grunde zu gehen. Der Nutzen aus Demokratie sollte weiter und stärker als zuvor vermittelt werden, aber wenn wir den Einsatz zur Wahl zusätzlich senken müssen, so lasst uns dies tun. Der Demokratie zu Liebe. Einen Versuch ist es wert.

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